Kameramann werden: Ausbildung, Studium, Gehalt – und wann du einen Presseausweis brauchst

Kameramann oder Kamerafrau wirst du über die dreijährige Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton, über ein Kamera-Studium an einer Film- oder Kunsthochschule oder über Praxis am Set, etwa in der Kameraassistenz. Nach dem Tarifvertrag für Film- und Fernsehschaffende liegt die Wochengage für Kameraleute seit Januar 2026 bei 3.311 €, für die 1. Kamera-Assistenz bei 1.621 €. Ein Presseausweis ergibt nur Sinn, wenn du journalistisch drehst, etwa in der Berichterstattung – nicht für Werbung, Spielfilm oder Hochzeitsvideos.

Stand: 29. September 2026 · Alle Angaben mit Quelle am Ende des Beitrags

Was macht ein Kameramann?

Kameraleute bereiten laut BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit Dreharbeiten vor, planen Technik und Bildgestaltung und führen die Kamera in Zusammenarbeit mit der Regie.

Arbeitsfelder

  • Journalistische Produktionen: Berichterstattung und Dokumentationen
  • Künstlerische Produktionen: zum Beispiel Spielfilme
  • Weitere Formate: Reportagen sowie Industrie- und Werbefilme

Arbeitgeber und Arbeitsorte

  • Arbeitgeber: Unternehmen der Filmwirtschaft und Fernsehanstalten
  • Arbeitsorte: Film- und Fernsehstudios, bei Kunden in Gebäuden oder im Freien sowie im Bearbeitungs- und Schneideraum

Quelle: BERUFENET, Steckbrief Kameramann/-frau (PDF, Stand 03.08.2026), abgerufen am 29.09.2026.

Die Wege in den Beruf

Staatlich anerkannte Ausbildungen gibt es in der Filmbranche laut Zentraler Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit kaum; sie empfiehlt Weiterbildung, Praxis am Set und unbedingt ein Praktikum.

WegDauerVoraussetzungenQuelle
Ausbildung Mediengestalter/in Bild und Ton (dual)3 JahreRechtlich keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben; Ausbildungsplatz in einem BetriebBERUFENET, Ausbildungsverordnung
Studium Kamera/Bildgestaltung an Film- oder Kunsthochschule6 Semester (Bachelor Filmuniversität Babelsberg) bis 12 Semester (dffb)Künstlerische Eignungsprüfung; je nach Hochschule Hochschulreife und VorpraxisHochschulen im Überblick
Schulische Aus- bzw. Weiterbildung Kameramann/-frauUnterschiedlich, je nach Bildungsangebot und Vollzeit oder TeilzeitRechtlich keine; die Bildungseinrichtungen verlangen meist mittleren Abschluss, abgeschlossene Berufsausbildung und Berufspraxis. Nicht vergütet.BERUFENET
Quereinstieg über Praxis am Setkeine feste DauerPraktikum; 1. und 2. Kameraassistenz sind eigene Funktionen am SetZAV der Bundesagentur für Arbeit

Ausbildung: Mediengestalter Bild und Ton

Mediengestalter Bild und Ton ist ein anerkannter Ausbildungsberuf, geregelt durch die Ausbildungsverordnung vom 28. Februar 2020. Mediengestalter nehmen die Technik in Betrieb und erstellen im Team Bild- und Tonaufnahmen.

Dauer und Ablauf

Drei Jahre dual, im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Die Zwischenprüfung liegt im vierten Ausbildungshalbjahr, am Ende steht die Abschlussprüfung.

Schwerpunkt Kamera

Die Verordnung nennt „Kameraproduktionen“ als erste der wählbaren Qualifikationen. Ausbildungsbetriebe sind Unternehmen der Filmwirtschaft, Rundfunkveranstalter sowie Medien- und Werbeagenturen.

Vergütung

BERUFENET nennt als beispielhafte Ausbildungsvergütung 855 € im ersten, 922 € im zweiten und 1.026 € im dritten Ausbildungsjahr pro Monat (Stand 03.08.2026).

Studium Kamera

An Filmhochschulen heißt das Fach meist Bildgestaltung oder Cinematography. Überall entscheidet eine Eignungsprüfung; die Fristen für die nächsten Jahrgänge laufen ab Ende 2026.

Filmuniversität Babelsberg

  • Abschluss: Bachelor of Fine Arts Cinematography, 6 Semester, Beginn im Wintersemester
  • Zugang: Zugangsvoraussetzungen und künstlerische Eignung, geprüft in Vorauswahl und zweistufiger Eignungsprüfung
  • Vorpraxis: mindestens 20 Wochen, etwa als Praktikant, Material- oder Videoassistent, Kamerahilfe oder Beleuchter
  • Frist: 01.01. bis 28.01.2027

dffb Berlin

  • Fach: Bildgestaltung/Kamera, Regelstudienzeit 12 Semester (5 Semester Grundstudium, danach Hauptstudium)
  • Zugang: mindestens 21 Jahre zu Studienbeginn; Praxiserfahrung ist kein Muss, erhöht aber die Chancen
  • Frist: Registrierung bis 24.11.2026, Einreichung bis 08.12.2026

Filmakademie Baden-Württemberg

  • Abschluss: Diplom Bildgestaltung/Kamera, 8 Semester plus 1 Diplomsemester
  • Zugang: allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife oder Begabtenpassus; 6 Monate Praxis bis zur Bewerbung, 12 Monate bis Studienbeginn
  • Frist: 15. Februar

Quellen: Filmuniversität Babelsberg, Cinematography (B.F.A.) und Bewerbung; dffb, Aufbau des Studiums und Bewerbung; Filmakademie Baden-Württemberg, Bildgestaltung/Kamera und Bewerbung; abgerufen am 29.09.2026.

Was verdient ein Kameramann?

Für Film- und Fernsehschaffende, die auf Produktionsdauer beschäftigt sind, regelt der Tarifvertrag TV FFS zwischen ver.di und der Produktionsallianz die Gagen. Er gilt für nicht öffentlich-rechtlich organisierte Betriebe, die Filme herstellen. Die Beträge sind Wochengagen.

Funktionbis 30.04.2025ab 01.05.2025ab 01.01.2026
Kameramann/-frau3.151 €3.230 €3.311 €
1. Kamera-Assistenz / DIT1.542 €1.581 €1.621 €
2. Kamera-Assistenz / Daten-Assistenz1.160 €1.189 €1.219 €

Wochengagen laut TV FFS vom 12. Oktober 2024, Gagentarifvertrag 2024–2026 (PDF), abgerufen am 29.09.2026. Der Gagentarifvertrag ist frühestens zum 31. Dezember 2026 kündbar. Was Redakteure und freie Journalisten verdienen: Journalist Gehalt 2026.

Freiberuflich als Kameramann

Die Tarifgagen gelten, wenn du für eine Produktion angestellt bist. Arbeitest du selbstständig, klärst du Anmeldung, Künstlersozialkasse und Preise selbst – wie das geht, steht im Beitrag Freiberuflicher Fotograf: Freiberuf oder Gewerbe, KSK, Preise. Der Berufsverband Kinematografie (BVK) vertritt Bildgestalterinnen und Bildgestalter; aufgenommen wird, wer mindestens 180 Minuten Programm in verantwortlicher Position hergestellt hat und zwei Bürgen benennt.

Quellen: TV FFS (PDF), BVK, Mitgliederinformation, abgerufen am 29.09.2026.

Presseausweis für Kameraleute

Ein Presseausweis belegt journalistische Tätigkeit. Ob er zu dir passt, hängt davon ab, wofür du drehst.

Hauptberuflich in der Berichterstattung

Den bundeseinheitlichen Presseausweis gibt es nur für hauptberufliche Journalistinnen und Journalisten. Für Kameraleute nennt die dju in ver.di eine eigene Regel: „Kameraleute müssen nachweisen, dass sie in der tagesaktuellen Berichterstattung tätig sind.“ Mehr dazu: ver.di-Presseausweis.

Regelmäßig nebenberuflich

Drehst du regelmäßig journalistisch, aber nicht hauptberuflich, kommt ein verbandseigener Ausweis wie der DVFJ-Presseausweis in Frage: ab 18 Jahren, ohne Mitgliedschaft, 95 € einmalig für 12 Monate. Er ist kein bundeseinheitlicher Presseausweis.

  • Werbung, Spielfilm, Hochzeit: Für solche Aufträge ist ein Presseausweis nicht gedacht. Tätigkeiten mit pressefremden Zwecken wie Werbung und PR begründen laut dju keinen Anspruch auf einen Presseausweis.
  • Kein Zutritt: Kein Presseausweis verschafft dir Zutritt. Drehgenehmigungen und Akkreditierungen erteilen Veranstalter und Behörden; an Absperrungen entscheidet die Polizei.

Was du beim Filmen von Menschen und Gebäuden beachten musst: Recht am eigenen Bild und Panoramafreiheit.

Presseausweis für Fotografen Akkreditierung Presseausweis und Polizei

Quellen: dju in ver.di, Merkblatt Presseausweis 2026 (PDF), Deutscher Presserat, abgerufen am 29.09.2026.

Häufige Fragen

Über drei Wege: die dreijährige duale Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton, ein Studium der Bildgestaltung oder Cinematography an einer Filmhochschule oder Praxis am Set, etwa als Praktikant oder in der Kameraassistenz. Daneben gibt es schulische Aus- und Weiterbildungen zum Kameramann oder zur Kamerafrau, die nicht vergütet werden.

Ja, über Praxis. Staatlich anerkannte Ausbildungen gibt es in der Filmbranche laut Bundesagentur für Arbeit kaum; sie empfiehlt Praxis am Set und ein Praktikum. Am Set sind 1. und 2. Kamera-Assistenz eigene Funktionen mit eigener Tarifgage. Auch Filmhochschulen verlangen oft Vorpraxis, die Filmuniversität Babelsberg etwa mindestens 20 Wochen; an der dffb ist Praxiserfahrung kein Muss.

Die Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton dauert drei Jahre. Ein Kamera-Studium dauert je nach Hochschule 6 Semester (Bachelor an der Filmuniversität Babelsberg), 8 Semester plus Diplomsemester (Filmakademie Baden-Württemberg) oder 12 Semester (dffb). Schulische Weiterbildungen sind unterschiedlich lang.

Nach dem Tarifvertrag für auf Produktionsdauer beschäftigte Film- und Fernsehschaffende (TV FFS) beträgt die Wochengage für Kameraleute seit dem 1. Januar 2026 3.311 €, für die 1. Kamera-Assistenz 1.621 € und für die 2. Kamera-Assistenz 1.219 €. Der Tarif gilt für nicht öffentlich-rechtlich organisierte Produktionsbetriebe. In der Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton nennt BERUFENET beispielhaft 855 bis 1.026 € im Monat.

Nur wenn du journalistisch drehst. Den bundeseinheitlichen Ausweis bekommen hauptberufliche Kameraleute, die nachweisen, dass sie in der tagesaktuellen Berichterstattung tätig sind. Wer regelmäßig nebenberuflich journalistisch dreht, kann einen verbandseigenen Ausweis wie den des DVFJ beantragen. Für Werbe-, Spielfilm- oder Hochzeitsaufnahmen ist ein Presseausweis nicht gedacht.

Nein. Ein Presseausweis belegt deine journalistische Tätigkeit, er verschafft keinen Zutritt. Drehgenehmigungen und Akkreditierungen erteilen Veranstalter und Behörden, an Absperrungen entscheidet die Polizei. Mehr dazu: Presseausweis und Polizei.

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