Online-Redakteur werden: Aufgaben, Ausbildung, Gehalt – und wann ein Presseausweis passt

Online-Redakteure recherchieren, schreiben und bereiten Themen für das Web und soziale Medien auf – in Redaktionen von Medien, aber auch in Unternehmen, Agenturen und Behörden. Der Weg führt über ein Studium wie Online-Redaktion an der TH Köln, ein Volontariat oder eine Weiterbildung. Laut Entgeltatlas liegt der mittlere Verdienst bei 4.974 € brutto im Monat in Vollzeit. Einen Presseausweis bekommst du nur für journalistische Arbeit, nicht für Unternehmens- oder Werbetexte.

Stand: 29. September 2026 · Alle Angaben mit Quelle am Ende der Seite

Was macht ein Online-Redakteur?

„Online-Redakteur“ ist laut Bundesagentur für Arbeit eine der Bezeichnungen, die auf ein spezielles Arbeitsgebiet im Journalismus hindeuten. Die TH Köln beschreibt die Arbeit so: Online-Redakteure entwickeln, recherchieren, schreiben und bereiten Themen journalistisch oder für Corporate Media auf und bringen sie in webspezifische Darstellungsformen.

Typische Aufgaben

  • Themen finden und recherchieren, auch mit Online-Recherchemethoden.
  • Texte schreiben und für die Zielgruppe aufbereiten – zielgruppengerecht und rechtskonform.
  • Multimedial produzieren: Video, Audio und Social-Media-Formate.
  • Mit Technik arbeiten: Webdesign, Webtechnologien und Usability gehören laut TH Köln zum Handwerkszeug.

Wo Online-Redakteure arbeiten

  • Online-Redaktionen von Medienbetrieben und Verlagen
  • Wirtschaftsunternehmen
  • Kommunikationsagenturen
  • Behörden und Stiftungen

Die TH Köln fasst es so zusammen: Tätigkeitsfelder gibt es bei allen Organisationen, die Inhalte für ein öffentliches Publikum bereitstellen.

Ausbildung und Studium

Zum Online-Redakteur führen mehrere Wege: ein Studium mit Online-Schwerpunkt, ein Volontariat in einer Redaktion oder ein Lehrgang. Die Bundesagentur für Arbeit nennt das Volontariat „in der Regel ein Muss“, wenn du später als Redakteur in Presse, Rundfunk oder Agenturen arbeiten willst.

WegDauerZugangQuelle
Bachelor Online-Redaktion (B.A.), TH Köln7 Semester, 210 ECTS; Studienbeginn zum SommersemesterFachhochschulreife, Abitur oder vergleichbarer Abschluss; sechs Wochen Vorpraktikum in Medienbetrieben oder Online-Redaktionen; örtlicher Numerus clausus. Bewerbung für das Sommersemester 2026 lief bis 15. Januar 2026TH Köln, Bewerbung
Bachelor Onlinejournalismus (B.A.), Hochschule Darmstadt7 Semester; Studienbeginn zum WintersemesterNumerus clausus; sechswöchiges journalistisches Praktikum bis zum Beginn des dritten SemestersHochschule Darmstadt
Volontariat in einer Redaktionin der Regel 18 bis 24 MonateLaut Bundesagentur haben fast nur noch Bewerber mit abgeschlossenem Studium und praktischer redaktioneller Erfahrung ChancenBA-Merkblatt, Stand 08/2022
Lehrgang Online-Journalismus oder Online-RedakteurBeispiele im BA-Merkblatt: je sechs MonateBA-Merkblatt, Stand 08/2022

Was verdient ein Online-Redakteur?

Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit zeigt für Online-Redakteure einen mittleren Verdienst von 4.974 € brutto im Monat (Median, Vollzeit, Stichtag 31.12.2025).

Wichtig: Online-Redakteure gehören im Entgeltatlas zur selben Berufsgattung wie Redakteure – einen eigenen Wert nur für den Online-Bereich gibt es nicht. Alle Werte für Journalisten, Redakteure und Volontäre findest du unter Was verdient ein Journalist?.

Quelle: Bundesagentur für Arbeit: Entgeltatlas, Onlineredakteur/in, Stand der Daten 31.12.2025; Wert laut unserer Auswertung Was verdient ein Journalist?

Journalismus oder Unternehmenskommunikation?

Nicht jeder Online-Redakteur arbeitet journalistisch. Die TH Köln unterscheidet selbst: Themen werden „journalistisch bzw. für Corporate Media“ aufbereitet – also für ein Medium oder für die Kommunikation eines Unternehmens oder einer Organisation.

Journalistisch

  • Online-Redaktion eines Mediums: Nachrichtenseite, Onlineauftritt einer Zeitung, eines Senders oder Magazins.
  • Unabhängige Berichterstattung für ein öffentliches Publikum.

Kein Journalismus im Sinne des Presseausweises

  • Internetseiten mit überwiegend pressefremden Zwecken, etwa Werbeprospekte, PR-Broschüren, Werkszeitschriften oder Anzeigenblätter ohne unabhängige redaktionelle Berichterstattung.
  • Nichtpublizistische Arbeit für Online-Dienste.

So regelt es das Merkblatt der dju in ver.di zum bundeseinheitlichen Presseausweis: Redaktionelle Arbeit für solche Seiten begründet keinen Anspruch auf einen Presseausweis.

Quellen: TH Köln: Online-Redaktion, Nach dem Studium; ver.di Hessen: Merkblatt Presseausweis 2026 (PDF); alle abgerufen am 29.09.2026.

Presseausweis für Online-Redakteure

Welcher Presseausweis zu dir passt, hängt davon ab, wie und für wen du arbeitest. Keiner verschafft dir automatisch Zutritt, eine Akkreditierung oder Rabatte – darüber entscheiden Veranstalter und Anbieter.

Angestellt in einer Redaktion

Akkreditierungen und Termine laufen in der Regel über deine Redaktion. Mehr dazu unter Presseausweis für Online-Redakteure.

Hauptberuflich journalistisch

Den bundeseinheitlichen Presseausweis erhalten laut dju nur Journalisten, die ihren Lebensunterhalt überwiegend aus hauptberuflicher journalistischer Tätigkeit erzielen.

Regelmäßig, auch nebenberuflich

Der DVFJ-Presseausweis ist ein verbandseigener Ausweis für alle ab 18, die regelmäßig journalistisch veröffentlichen – auch neben Job oder Studium. Ob du die Voraussetzungen erfüllst, prüfst du unter Voraussetzungen.

Unternehmens- und Werbetexte zählen nicht: Wer als Online-Redakteur ausschließlich Website-, Werbe- oder PR-Texte für ein Unternehmen schreibt, arbeitet nicht journalistisch – das gilt für den bundeseinheitlichen wie für den DVFJ-Presseausweis. Alles zu Ausweisen für Freie steht unter Presseausweis für freie Journalisten.

Quelle: ver.di Hessen: Merkblatt Presseausweis 2026 (PDF), abgerufen am 29.09.2026.

Häufige Fragen

Er entwickelt, recherchiert und schreibt Themen und bereitet sie für das Web auf – in Texten, Videos, Audio und Social-Media-Formaten. Arbeitgeber sind laut TH Köln Online-Redaktionen von Medien und Verlagen, aber auch Unternehmen, Kommunikationsagenturen, Behörden und Stiftungen.

Die Bundesagentur für Arbeit nennt mehrere Wege: Studium, Volontariat oder Lehrgang. Für ein Volontariat haben laut Bundesagentur für Arbeit aber fast nur noch Bewerber mit abgeschlossenem Studium und praktischer redaktioneller Erfahrung Chancen. Studiengänge mit Online-Schwerpunkt sind etwa Online-Redaktion an der TH Köln und Onlinejournalismus an der Hochschule Darmstadt, beide mit sieben Semestern.

Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit im Mittel 4.974 € brutto im Monat in Vollzeit (Stichtag 31.12.2025). Der Wert gilt für die ganze Berufsgattung der Redakteure; einen eigenen Wert nur für Online-Redakteure gibt es nicht.

Nur wenn er journalistisch arbeitet, also für ein Medium unabhängig berichtet. Wer Inhalte für ein Unternehmen, eine Agentur oder eine Behörde erstellt, arbeitet in der Unternehmenskommunikation. Für Seiten mit überwiegend pressefremden Zwecken gibt es laut dju keinen Presseausweis.

Wenn du hauptberuflich journalistisch arbeitest, kannst du den bundeseinheitlichen Presseausweis beantragen. Veröffentlichst du regelmäßig journalistisch, auch nebenberuflich, passt der DVFJ-Presseausweis ab 18. Für reine Unternehmens- oder Werbetexte gibt es keinen der beiden.

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Du veröffentlichst regelmäßig journalistisch, auch neben Job oder Studium? Der DVFJ-Presseausweis ist ein verbandseigener Ausweis für regelmäßig journalistisch Tätige ab 18: 95 € einmalig für 12 Monate. Unternehmens- und Werbetexte zählen nicht – und Zutritt, Akkreditierung oder Rabatte begründet kein Presseausweis.

Quellen: TH Köln: Online-Redaktion (Bachelor) · TH Köln: Online-Redaktion, Bewerbung · TH Köln: Online-Redaktion, Nach dem Studium · Hochschule Darmstadt: Onlinejournalismus (B.A.) · Bundesagentur für Arbeit: Wege in den Journalismus (Merkblatt, Stand 08/2022, PDF) · Bundesagentur für Arbeit: Entgeltatlas, Onlineredakteur/in · ver.di Hessen: Merkblatt Presseausweis 2026 (PDF). Abgerufen am 29.09.2026; den Entgeltatlas-Wert haben wir aus unserer Auswertung Was verdient ein Journalist? übernommen. Stand: 29.09.2026. Maßgeblich sind die aktuellen Angaben der Hochschulen und der Bundesagentur für Arbeit.

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